Von Bayreuth ins indische Viertel Londons

Von unserem Praktikum ist noch lange nicht alles erzählt, deshalb gibt es heute den zweiten Teil.

Konfrontiert wurden wir in London nicht nur mit der englischen Kultur, sondern auch mit der Indischen. Unsere Gastmutti Anita und der Rest der Familie kommen nämlich ursprünglich aus Indien, das war auch kaum zu überriechen! Als wir zum ersten Mal durch die Tür kamen, trafen wir auf eine geruchsintensive Wand aus indischen Gewürzen. 😀 Gewohnt haben wir zusammen mit unserer Gastfamilie in einem kleinen, typisch englischen Reihenhaus im indischen Viertel Harrow, einem Vorort von London. In meinem Zimmer konnte ich gerade mal meine Arme ausbreiten und habe schon die Wand berührt – trotzdem hat alles reingepasst, was man so braucht. Marlene und Luisa haben sich zusammen ein besonders schönes, pinkes Zimmer geteilt.

 

Mein Zimmer
Zu fünft im Bad und Klopapiermangel
Zusammen mit den zwei Gastschwestern haben wir uns das Badezimmer geteilt, bei 5 Mädels nicht immer ganz so einfach, vor allem wenn auch noch ständig das Klopapier leer ist! 😀 Da weit und breit aber im Bad auch keine Vorratsrollen aufzufinden waren, mussten wir bei Klopapiermangel immer zu unserer Gastmutti, die uns unsere Ration gegeben hat.
Das Ganze eskalierte soweit, dass wir zum Ende der drei Wochen nur noch einlagiges Klopapier bekamen. 😀
Indische Küche, oder so ähnlich
Frühstück und Abendessen waren bei unseren Gasfamilien inklusive, mittags mussten wir uns selbst verpflegen. Fürsorglich wie unsere Gastmutti war, gab es jeden Früh um 7 Uhr und abends um 19 Uhr Essen.  Im Vergleich zu Deutschland sind die Essgewohnheiten tatsächlich etwas anders: Zum Frühstück gab es zum Beispiel Crumpets, kleine Hefebrötchen, die mit Butter oder Marmelade gegessen werden.  Das  ‚dinner‘ bestand immer aus ganz lustige Zusammenstellungen von Gerichten, zum Beispiel Toastbrot-Pizza, dazu Pommes, Baked Beans und immer, wirklich immer Coleslaw (amerikanischer Krautsalat). Geil, oder? 😀  Natürlich hat uns unsere Gastmutti Anita auch mal mit typisch indischer Küche verwöhnt und hat zum Beispiel Kichererbsen-Curry gekocht. Dazu gab es ganz dünnes Brot, das aussieht wie ein kleiner Pfannkuchen. Übrigens war auch noch alles vegetarisch, für Luisa und mich eine kleine Herausforderung. 😀
Das Regelblatt
Natürlich gab es auch ein paar Regeln, an die wir uns halten mussten.  Dafür hat uns unsere Gastmutti gleich mal ein Regelblatt gegeben, an dem wir uns orientieren sollten. Viele der Sachen machen natürlich Sinn, wenn man bedenkt, dass die Familie fast durchgehend fremde Leute im Haus hat. Ein bisschen schmunzeln mussten wir aber darüber, dass wir nur bis 21:30 Uhr duschen dürfen. Aber auch damit haben wir uns abgefunden und uns brav an die Regeln gehalten.
Das Regelblatt
Trotz der kleinen Unterschiede zu daheim haben wir uns schon nach kurzer Zeit in London eingelebt und die drei Wochen gingen wie im Flug vorbei!
Nina