Tafel-Diary: Zwischen Tomaten, Zwiebeln und Brötchen (Teil 2)

Wie Nina in ihrem letzten Blog schon berichtet hat, haben wir unser Sozialpraktikum bei der Tafel gemacht.

Sozial, offenherzig und immer freundlich… ja, so würde ich die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer der Bayreuther Tafel beschreiben. In ihrer Freizeit stehen sie der Tafel tatkräftig zur Seite. Sie sammeln überschüssige und gespendete Lebensmittel ein, diese werden dann sorgfältig von ihnen kontrolliert und anschließend an bedürftige Menschen ausgegeben.

Während unseres Praktikums ist mir besonders aufgefallen, was alles hinter der Arbeit bei der Tafel steckt.
Am wichtigsten sind natürlich die stets engagierten Mitarbeiter, jedoch steckt hinter allem auch ein ausgeklügeltes System.
Am stärksten ist mir dies aufgefallen als am Mittwoch die Ausgabe stattfand und wir alles hautnah miterleben durften.

Hier ein paar allgemeine Infos zur Lebensmittelausgabe:

  • Findet am Mittwoch und Samstag von 12.00 – 18.00 Uhr statt
  • Ein Einkauf ist nur einmal pro Kalenderwoche möglich, egal ob am Mittwoch oder Samstag.
  • Die Bayreuther Tafel e.V. gibt die Lebensmittel gegen Zahlung „einer Münze“ ab.
    Das bedeutet, je nach Haushaltsgröße werden Beträge zwischen 1 und 2 Euro für den gesamten Einkauf gezahlt.
  • Nur registrierte Kunden, bzw. volljährige Mitglieder des Haushalts oder der Bedarfsgemeinschaft sind berechtigt bei der Bayreuther Tafel e.V. einzukaufen.
    (Es gibt allerdings die Möglichkeit eine Vollmacht für eine weitere Person auszustellen.)
  • Es besteht kein Anspruch auf bestimmte Waren oder auf bestimmte Mengen.
    Die Ausgabe erfolgt solange der Vorrat reicht.
    Jeder Helfer ist bemüht, die Waren gerecht zu verteilen.
  • Zum Einkaufen erhält jeder registrierte Kunde einen Kundenausweis.
  • Jedem dieser Ausweise ist eine von 9 Farben zugeteilt, die den Zeitpunkt des Einkaufs am Ausgabetag regelt.
    (Gerechterweise soll jeder Kunde auch mal zu Ausgabebeginn, wenn die Auswahl an Lebensmitteln am größten ist, einkaufen können. Durch ein rotierendes System der Farben – die jeweilige Farbe rückt pro Woche eine Stelle weiter – ist man alle 9 Wochen zu Beginn der Ausgabe mit dem Einkauf dran.)

Ihr seht schon, bei der Ausgabe ist einiges zu beachten…

Die Bayreuther Tafel unterstützt Menschen, die in einer wirtschaftlich schwierigen Lebenslage stecken, mit der Ausgabe von Lebensmitteln.
Jedoch kann nicht jeder Mensch bei der Tafel einkaufen. Das hängt damit zusammen, dass die Tafel eben auch nur begrenzt Lebensmittel gespendet bekommt.

Um Kunde bei der Tafel werden zu können, sind verschiedene Voraussetzungen zu erfüllen:

  • sie beziehen Hartz IV (ALG II)
  • sie erhalten einen Wohngeldzuschuss
  • sie bekommen Sozialhilfeleistungen
  • sie erhalten eine Grundsicherung
  • sie haben eine Aufenthaltsbescheinigung für Asylbewerber
    (außer Flüchtlinge in der Erstaufnahme – dort wird vollverpflegt.)
  • sie beziehen eine niedrige Rente
  • sie haben ein geringes oder gar kein Einkommen

 

Für uns war der Ausgabetag sehr interessant. Die Helfer haben morgens direkt mit dem Vorbereiten der Ausgabe begonnen.
Die Lebensmittel wurden nochmals überprüft, falls nötig aussortiert und dann in den Verkaufsraum gebracht.
Um 12 Uhr ging es dann los. Die erste Gruppe kam rein und begann ihre „Runde“ von Stand zu Stand. Eigentlich kann man es sich wie das „normale“ Einkaufen im Supermarkt vorstellen. Jedoch bekommen die Kunden bei der Tafel die Lebensmittel von den Mitarbeitern direkt zugereicht und sie haben so nicht die Möglichkeit, sich das Essen rauszusuchen.
Um circa 18 Uhr endete dann die Ausgabe und die Mitarbeiter räumten noch alles auf.

Ein kleiner Einblick in den Tafelladen kurz vor der Ausgabe.
Ein kleiner Einblick in den Tafelladen kurz vor der Ausgabe.

Soviel zu der Lebensmittelausgabe.

Am Freitag durften wir dann noch bei den Lebensmittellieferanten (ebenfalls ehrenamtliche Helfer) mitfahren.
Diese haben eine Liste vorgegeben, von welchen Supermärkten/Läden die Tafel Lebensmittel oder auch Drogerieartikel gespendet bekommt. Diese Standorte werden dann nach und nach abgefahren und die Spenden zum Tafelladen gebracht.

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Und so schnell war die Woche dann auch schon wieder vorbei.
Wir haben aber trotzdem eine Menge gelernt und vor allem eine Menge Spaß bei der Arbeit gehabt.

An dieser Stelle möchten wir uns noch einmal recht herzlich bei dem Tafel-Team für diese tolle Woche bedanken!

Ich persönlich konnte einiges mitnehmen und werde in Zukunft viel bewusster mit Lebensmitteln umgehen, denn wir alle lassen viel zu viel – und vor allem noch Essbares – in die Mülltonne wandern!

Zum Schluss möchten wir noch auf die Internetseite der Bayreuther Tafel verweisen.
Vielleicht habt ihr ja auch mal Lust auf ein Praktikum oder möchtet euch ehrenamtlich engagieren.
http://bayreuther-tafel.de

Bleibt frisch! 🙂

Eure Lisa