Fahrsicherheitstraining

Wie fahre ich in scharfe Kurven bei schneebedeckter Straße, was passiert wenn ich auf Glatteis bremse und wie komme ich sogar aus der engsten Parklücke wieder heraus?
Genau solche Extremsituationen konnten ich und die anderen Teilnehmer des Fahrsicherheitstrainings am Samstag in Kulmbach ausprobieren.

Ziel war es nicht, uns zu Stuntfahrern zu machen, oder dass wir jetzt wissen, wie schnell man tatsächlich um eine Kurve fahren kann, sondern jungen Autofahrern Situationen zu zeigen, die sie so vielleicht noch nicht erlebt haben und ihnen vermitteln, wie sie damit umgehen können.
Bei superschönem Wetter startete meine Gruppe mit der „Brems-Übung“. Wir durften ausprobieren, was bei verschiedenen Geschwindigkeiten passiert, wenn man bei schneebedeckter Straße eine Vollbremsung macht. Beim ersten Durchgang sollten wir 50 km/h fahren, danach mal etwas schneller (bis 80 km/h), dann sollten wir während der Bremsung versuchen zu lenken. Der Trainer hat uns mal ein Hütchen dort hingestellt, wo man bei trockener Fahrbahn stehen bleiben würde. Der Unterschied war krass. Neben der Tatsache, dass es total Spaß gemacht hat mal mal voll in die Eisen zu treten und über den Schnee zu schlittern, konnte man einfach mal sehen, was passiert und vor allem wie man überhaupt reagieren kann.
Die Zeit ging schnell rum und um 11.30 Uhr war schon Mittagspause.
Danach kam unsere Gruppe zum Slalom. Hier musste man tatsächlich mit seinem Auto im Slalom um Hütchen fahren, mal auf schneebedeckter Fläche, mal auf normaler Fahrbahn. So konnten wir die Unterschiede deutlich sehen. Mit 40 km/h ließ es sich bei trockener Fahrbahn noch locker um die Kurven fahren, bei Schnee kam man mit der gleichen Geschwindigkeit extrem ins Rutschen bzw. hat es nicht mehr geschafft den Slalom weiter zu fahren.


Zum Ende hin haben wir noch verschiedene Dinge zum Parken und aus engen Lücken sicher rein- und hinauskommen gelernt und gesehen, was es ausmacht, wenn man nur 10 km/h schneller als erlaubt fährt. Fährt man z.B. 40 km/h und jemand vor einem 30, so ergibt sich aus Reaktionszeit und Bremsweg, dass während der Vordermann bereits mit einer Vollbremsung zum Stehen gekommen ist, man selbst einen so verlängerten Weg hat, dass man noch mit mehr als 30 km/h auf das vordere Fahrzeug aufprallt.
Hochinteressant und gleichzeitig erschütternd war es auch, zu sehen, was ungesicherte Ladung bei einem Aufprall auslösen kann. Durch die Geschwindigkeit verändern sich die Kräfte, sodass z.B. eine CD zu einem 8 kg schweren Geschoss wird oder ein ungesicherter Regenschirm mit einer Kraft von mehr als 65 kg wie ein Dolch zusticht. Ganz schön gruselig, v.a. wenn ich mir überlege, was in meinem Auto alles so rumliegt. Da denkt man dann doch zweimal darüber nach, ob und wie man selbst kleinste Gegenstände verstaut.
Das coole am Fahrsicherheitstraining war, dass die Trainer gesagt haben: „Wenn ihr was Bestimmtes ausprobieren wollt sagt Bescheid, wenn es nicht gefährlich ist können wir das gerne machen!“. Wenn also jemand schon immer Schiss vor dem Eintreten einer bestimmten Situation hatte, konnte man diese jetzt einfach mal gefahrlos ausprobieren, soweit möglich.

Alles in allem fand ich den Tag super gelungen, das Wetter war perfekt, ich habe einiges gelernt und v.a. hat es extrem viel Spaß gemacht. An alle Fahranfänger: ein Fahrsicherheitstraining ist sehr zu empfehlen! 🙂

Ein schöne Woche und allzeit gute Fahrt wünscht

Leonie ♥