Streets of London

Auch in diesem Jahr wurde über unsere Berufsschule wieder die Möglichkeit geboten, im Rahmen des Erasmus + Projekts ein dreiwöchiges Praktikum in der englischen Metropole London zu absolvieren. Luisa, Nina und ich waren sofort Feuer und Flamme und haben uns um einen Teilnahmeplatz beworben. Ende März war es dann so weit und wir starteten zusammen mit 12 anderen Auszubildenden ins Abenteuer London.

In unserer ersten Woche hatten wir vormittags immer im ADC College Englischunterricht, der uns auf unser Praktikum in der zweiten und dritten Woche vorbereiten sollte. Dort haben wir also beispielsweise gelernt, wie man Angebote richtig schreibt und über die Unterschiede zwischen der englischen und der deutschen Arbeitswelt geredet. Am Nachmittag wurden wir beauftragt, den Weg zu unseren Praktikumsplätzen selbstständig mit der U-Bahn abzufahren, um in der zweiten Woche dort problemlos anzukommen 😉 Ich hatte wirklich Glück mit meinem Arbeitsweg, da ich in South Harrow, wo Nina, Luisa und ich zusammen in einer Gastfamilie wohnten, mit der U-Bahn zum Piccadilly Circus fahren konnte, ohne einmal umsteigen zu müssen. Das kam mir mit meinem schlechten Orientierungssinn ziemlich entgegen 😀 Die erste Woche verging wie im Flug und so brach das zweite Drittel unseres London-Aufenthalts an, das Praktikum. Überpünktlich und ziemlich gespannt, was mich erwarten wird, verließ ich am Montagmorgen das Haus und tingelte mit der U-Bahn ins Zentrum von London. Nach einer 45-minütigen Fahrt und einem fünfminütigen Fußmarsch hatte ich auch schon meine Praktikumseinrichtung erreicht- die Avalon School of English, eine englische Sprachschule. Dort wurde ich herzlich von der asiatischen Empfangsdame begrüßt und in das Büro der Chefin gebracht. Dort konnte ich gleich mal meine „Small-Talk-Skills“ unter Beweis stellen, was wir zuvor extra am College geübt hatten ;D Anschließend hat sie mir erklärt, welche Aufgaben ich in meinem Praktikum übernehmen darf. Dazu gehörte das Gestalten von Posts für Facebook und Instagram, von Plakaten für die Klassenräume und von Flyern und Coupons für das Marketing. Da ich bereits zu Hause beim Kurier einen Monat in der Mediengestaltung verbringen durfte, hatte ich schon ein bisschen Ahnung, was ich bei der Erstellung von Werbematerialien alles beachten muss. Ich kann euch sagen, dass es richtig viel Spaß gemacht hat, sich kreativ austoben zu können und am Ende ein fertiggestaltetes Produkt auf dem Bildschirm zu haben!

Auch meine Kollegen waren super nett! Die rund 20 Mitarbeiter kamen aus so ziemlich allen Ländern der Welt. Die Marketingleitung beispielsweise kam aus Brasilien, ihre beiden Assistentinnen aus Korea und China und die drei anderen Marketingmitarbeiter aus Portugal, Spanien und Polen. Nicht nur, dass meine Praktikumseinrichtung so multikulturell und international vernetzt war, unterschied sich von der Arbeit zu Hause, sondern beispielsweise auch die Arbeitszeiten. In London musste ich erst um 10 Uhr mit der Arbeit beginnen, hatte eine Stunde Mittagspause und um 16 Uhr bereits wieder Feierabend. Auch die Büros waren im Vergleich zu Deutschland viiiel kleiner. In einem Raum mit ca. 12 m² saßen sechs Leute, sodass es nicht einmal möglich war, hindernisfrei durch den Gang zu laufen, ohne sich zwischen den Stühlen durchzuschlängeln 😀

Gerade weil Vieles anders als in Deutschland war, kann ich euch nur raten, die Chance zu ergreifen, wenn ihr die Möglichkeit bekommt, im Ausland zu arbeiten. Um den schmalzigen, aber wahren Ausspruch einer anderen Teilnehmerin zu zitieren: „Das sind Erfahrungen, die uns keiner mehr nehmen kann“ ;D Also geht los und macht die Welt unsicher!

 

Eure Marlene